Der Kammermusikverein veranstaltet seit mehr als 50 Jahren offene Konzerte.

Geschichte des Vereins

Am 12. Dezember 1959 gründeten die Polytechnische Gesellschaft und die Frankfurter Sparkasse den "Verein zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker e.V." als selbständiges Tochterinstitut der Polytechniker. Seit nunmehr deutlich über 50 Jahren verfolgt der Verein das Ziel, junge Künstlerinnen und Künstler in seiner lebendigen Konzertreihe zu fördern. Dabei bietet der Verein einen leichten Zugang für das Publikum: Die Konzerte sind zumeist eintrittsfrei und in den Programmen stehet bewährte Konzertliteratur neben selten zu hörende Kompositionen. Der Verein hat sich aber nicht nur einen festen Platz im Konzertleben Frankfurts erworben. Seit 1970 wurden die Kammerkonzerte auch auf Umlandgemeinden ausgedehnt. Zur Zeit finden jeweils 4 Konzerte in Hanau, Schwalbach und Bad Vilbel sowie ein Konzert in Friedrichsdorf statt. Diese rege Konzerttätigkeit ermöglicht die Polytechnische Gesellschaft und die Frankfurter Sparkasse.

Emil Emge: Musikliebhaber und Initiator

Auf Initiative von Emil Emge, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse, entstanden zunächst die Kammerkonzerte der Polytechnischen Gesellschaft. Sie wurden exklusiv für die Mitarbeiter der Sparkasse veranstaltet. Dann jedoch machte man aus der Not eine Tugend: In der vom Krieg so schwer zerstörten Stadt fehlte es an Konzerträumen. Was aus Liebe zur Musik und aus Neigung zu anspruchsvoller Hausmusik begann fand 1959 in der Gründung des Vereins zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker seine formale Fixierung. Die Akustik der Schalterhalle der Frankfurter Sparkasse, das heutige Kundenzentrum in der Neuen Mainzer Straße, wurde überarbeitet und ein hervorragender Kammermusiksaal geschaffen.

Mehr als 1.100 Konzerte in Frankfurt und Umgebung

Der erste Kammermusikabend fand am 25. Februar 1960 noch im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse statt. Schon mit dem vierten Kammermusikabend musste am 23. Juni 1960 der Verein in die größere Schalterhalle wechseln. Hier wurden zunächst 274 Konzerte veranstaltet. Ab 20. September 1989 fanden wegen eines größeren Umbaus der Schalterhalle die Frankfurter Konzerte im Mozartsaal der Alten Oper Frankfurt statt. Mit dem 382. Kammermusikabend kehrte am 25. Oktober 2000 die Konzertreihe an ihren ursprünglichen Veranstaltungsort zurück.
Inzwischen besuchen 4.500 Hörerinnen und Hörer die rund 25 Konzerte jährlich. Insgesamt blickt der Verein im Jahr 2016 auf eine stolze Bilanz von rund 1.100 Konzerten zurück.

Künstlerische Leitung und Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main

Die künstlerische Leitung des Vereins übernahm ab 1965 Professor Günter Weigmann, der in Verbindung mit seiner Kammermusikklasse an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst den Konzerten hohe Qualität verlieh und für die Konzertreihe einen noch heute gültigen Rahmen schuf. Nach seinem Tode im Jahre 1976 teilten sich der damalige Rektor der Musikhochschule, Professor Hans-Dieter Resch und sein Prorektor Professor Gerhard Mantel, assistiert von Erika Weigmann, die Konzertreihe und bauten sie aus. Seit 1997 gestalten Professor Resch und der jetzige Leiter der Kammermusikklasse der Hochschule, Professor Hubert Buchberger in Zusammenarbeit mit Stefan Schmitt die Programme. Die enge Bindung zur Hochschule, die bewährte Qualität und damit auch die Förderung junger Musiker blieb erhalten. Seit der Übernahme der Leitung durch Resch werden auch junge Musiker aus dem In- und Ausland eingeladen und unterstützt. Durch die Initiative des ehemaligen Präsidenten der Polytechnischen Gesellschaft, Professor Hans Jürgen Hellwig, und Hubert Buchbergers wurde im Jahr 1998 der Kammermusikpreis der Polytechnischen Gesellschaft ins Leben gerufen. Der Wettbewerb findet jährlich in der Hochschule für deren Studierende statt. Die Preisträger erhalten außer einem Geldpreis die Möglichkeit, in einem Konzert der Reihe aufzutreten.

 

 

Kammermusikabend im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse. Fotografie von Stephan Feder, 2006.