Musik für alle

Hochwertige Kammerkonzerte bei freiem Eintritt

Bühne frei für junge Musiker

Musik ist Leben.

Der Verein – 1959 gemeinsam von der Polytechnischen Gesellschaft und der Frankfurter Sparkasse gegründet und bis heute getragen - engagiert sich für junge Musiker und ermöglicht einem breiten Publikum den Zugang zu klassischer Musik. Seine Konzertreihe, für die kein Eintritt erhoben wird, besitzt einen festen Platz im Frankfurter Musikleben: Junge Musiker bieten ein breit gefächertes Programm, das neben bewährter Konzertliteratur immer wieder Akzente auf selten zu hörende Kompositionen und  außergewöhnliche Besetzungen setzt. Der Kammermusikpreis, mit dem die Polytechnische Gesellschaft seit 1998 jährlich das beste kammermusikalische Ensemble der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst auszeichnet, unterstützt das Engagement des Vereins.

Das Konzertprogramm

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Den Menschen Musik nahe bringen

Der „Verein zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker“ blickt auf eine erfolgreiche Geschichte zurück. In der Nachkriegszeit fehlte es im stark zerstörten Frankfurt an Konzerträumen und musikalischem Leben. Die Initiative zu ersten Kammerkonzerten in der Frankfurter Sparkasse ging in den späten 1950er Jahren auf Emil Emge, den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Frankfurter Sparkasse von 1822 zurück. Was zunächst aus einem eher privaten Impuls und aus persönlicher Neigung zur Musik begann, erfuhr 1959 in der Vereinsgründung seine formale Fixierung: Seither sind die Frankfurter Sparkasse und die Polytechnischen Gesellschaft die gemeinsamen Träger des „Vereins zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker.“

Der erste Kammermusikabend des Vereins fand am 25. Februar 1960 im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse statt. Mit dem vierten Kammermusikabend am 23. Juni 1960 erfolgte der Wechsel in die größere Schalterhalle, das heutige Kundenzentrum in der Mainzer Landstraße. Die Akustik der Schalterhalle war verbessert und damit ein hervorragender Kammermusiksaal geschaffen worden. Wegen abermaliger Umbauten der Schalterhalle gastierte die Konzertreihe von 1989 bis 2000 im Mozartsaal der Alten Oper. Mit dem 382. Kammermusikabend am 25. Oktober 2000 aber kehrte sie an ihren angestammten Veranstaltungsort in der Frankfurter Sparkasse zurück.

Seit 1970 fand eine Ausdehnung der Veranstaltungen auf die Umlandgemeinden statt: Das Programm von vier Konzerten wird in Frankfurt, Hanau, Schwalbach und Bad Vilbel wiederholt. Das Programm eines weiteren Kammermusikabends ist sowohl in Frankfurt als in Friedrichsdorf zu hören. Inzwischen besuchen pro Saison über 4.500 Hörerinnen und Hörer die insgesamt 22 Konzerte.  Seit Beginn einer Besucherstatistik, die seit der Konzertsaison 1996/97 geführt wird, bis 2015 ist die stattliche Zahl von 67.000 Besuchern und Besucherinnen der Konzertreihe zu verzeichnen.   

Die künstlerische Leitung des Vereins übernahm 1965 Professor Günter Weigmann, der in Verbindung mit seiner Kammermusikklasse an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst der Konzertreihe ein hohes Niveau verlieh und damit deren noch heute gültigen Rahmen schuf. Nach seinem Tode 1976 teilten sich der damalige Rektor der Musikhochschule, Professor Hans-Dieter Resch, und sein Prorektor, Professor Gerhard Mantel, assistiert von Erika Weigmann, die Organisation und bauten die Konzertreihe aus.

Seit 1997 gestalten Professor Resch und der jetzige Leiter der Kammermusikklasse der Hochschule, Professor Hubert Buchberger, in Zusammenarbeit mit Oberstudienrat Stefan Schmitt die Programme. Die enge Bindung zur Hochschule, die bewährte Qualität und damit auch die Förderung junger Musiker blieben erhalten. Dank des Engagements von Hans-Dieter Resch werden auch junge Talente aus dem In- und Ausland eingeladen und unterstützt.

Der ehemalige Präsident der Polytechnischen Gesellschaft, Professor Dr. Hans Jürgen Hellwig, sowie Hubert Buchberger riefen 1998 den mit 10.000 Euro dotierten, jährlich vergebenen Kammermusikpreis der Polytechnischen Gesellschaft ins Leben. Die Preisträger werden in einem Wettbewerb in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ermittelt. Neben dem Preisgeld erhalten sie die Möglichkeit, in einem Konzert des Kammermusikvereins aufzutreten und so ihr Können öffentlich zu präsentieren. Im Jahr 2016 erfolgte die 18. Verleihung des Kammermusikpreises der Polytechnischen Gesellschaft durch den derzeitigen Präsidenten, Walther von Wietzlow.

Schalterhallen-Konzert unter Leitung von Günther Weigmann, März 1965.


Die polytechnische Familie

Die Polytechnische Gesellschaft hat in den vergangenen 200 Jahren 50 Tochterinstitute gegründet, so auch den Verein zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker e.V. Die Anlässe waren immer aktuell. Verantwortungsvoll und mit dem Wunsch zu gestalten und zu verbessern, nahmen sich die Polytechniker verschiedener Themen an. Einige Tochterinstitute gingen in städtische Trägerschaft über, andere wurden verkauft oder lösten sich wieder auf, um Platz für neue Initiativen zu schaffen. Heute gehören sieben Tochterinstitute zur polytechnischen Familie, die sich - von der Mutter finanziell gefördert - für Kultur, Wissenschaft, Bildung und Soziales einsetzen.

Die Tochterinstitute

Neben dem Kammermusikverein engagiert sich besonders die 2005 gegründete Stiftung Polytechnische Gesellschaft für Wissenschaft und Bildung. Sie ist von der Polytechnischen Gesellschaft großzügig ausgestattet worden und spielt in Frankfurt auf vielen Feldern mit. So unterstützt sie auch Kultur und Soziales und ist sowohl fördernd als auch operativ unterwegs. In zahlreichen Stipendienprogrammen hat sie zum Beispiel sei ihrem Bestehen 45.000 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, darunter 1.100 Stipendiaten, gefördert. Die Wöhler-Stiftung, das Kuratorium Kulturelles Frankfurt e.V. und der Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main engagieren sich für Bildung, Kunst und Kultur und bereichern mit vielen eigenen Veranstaltungen die Frankfurter Kulturszene. Am Institut für Bienenkunde in Oberursel arbeiten Wissenschaftler und Imker gemeinsam daran, das Überleben der Bienen zu sichern. Und das älteste, heute noch aktive Tochterinstitut ist die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte, die sich dafür einsetzt, dass Blinde und sehbehinderte Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.